"Nur wer lebt, kann etwas erzählen"

Am 8.3.2007 brachte der Kurier (geschrieben von Heike Kroemer) einen ganzseitigen Beitrag über Clara. Hier können Sie ihn nachlesen.

Clara Frühstück erzählt gerne, viel und spannend. Doch es sind nicht nur Worte, mit denen sich die junge Burgenländerin Ausdruck verschafft. Ihre berührendste Sprache ist die Musik, ihr Klavierspiel, das sie von zahlreichen Pianistinnen unterscheidet.

"Ich finde es traurig, wenn immer nur die Technik des Spielens im Vordergrund steht. Selbst in Kritiken rangiert sie an erster Stelle. Die Technik zu beherrschen, ist eine Selbstverständlichkeit, was wirklich bedeutend ist, ist die Musikalität" erzählt die 25-jähriger Horitschonerin, die täglich mindestens sechs Stunden der schwarz-weißen Tastenkombination widmet und dennoch keine Fanatikerin ist.

"Man muss sich als Künstler auch Auszeiten gönnen. Man muss leben. Wenn man nicht lebt, kann man seinem Publikum auch nichts erzählen", sagt eine, die weiß wovon sie spricht. Clara wurde, wie ihre Mutter gerne sagt, "einfach mit zu vielen Talenten geboren" und hat sich entschieden, eines zu perfektionieren: das Klavierspielen. Dabei ist sie auch eine talentierte Malerin und betrachtet man ihre (oft flippigen) Outfits, muss man sie einfach fragen, wo man diese bekommt. Doch wer Clara kennt, weiß, jedes Stück ist ein Unikat wie sie selbst.

Die Pianistin entwirft ihre Kleider, vor allem für die Konzerte, selbst. Mutter Maria näht sie, Vater Hans Dieter managt die begabte Tochter, Bruder Florian hat Clara ihre tolle Homepage zu verdanken und mit Bruder Clemens verbindet sie die Musik.

Fragt man Clara nach ihren Perspektiven, so meint sie: "Ich würde gerne von meiner Konzerttätigkeit leben können. Aber das ist schwer. Zumal man in Österreich erst dann zählt, wenn man international einen Namen hat."

Schade findet sie es, dass sich Frauen oft gegenseitig an der Karriere hindern, statt einander zu fördern. "Es gibt sogar alte, erfolgreiche Pianistinnen, die schon längst große Karriere gemacht haben und bei Bewerben dennoch zu verhindern versuchen, dass der Künstlernachwuchs weiblich ist", sagt Frühstück, die aber auch eine Alternative im Auge hat.

"Also so ein Design-Store mit meinen selbst genähten Klamotten, meinen Bildern und mitten drinnen meinem Klavier, an dem ich jederzeit üben kann, das hätt' schon was."

http://clarafruehstueck.com

Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2007.